Resilienz

Newsroom

Kommen wirklich nur die „Harten in den Garten“?

Resilienz – Eine praktische Lebensphilosophie für Mensch und Natur

© by-studio.fotolia

Krisen, Veränderungen, Umbrüche und Belastungen ohne nachhaltige Beeinträchtigung meistern zu können, im Idealfall daran zu wachsen, daraus zu lernen und Neues zu entwickeln, das nennt man Resilienz oder innere Widerstandskraft. Die Natur ist vorbildlich darin und zeigt uns, was gemeint ist. Sie zwingt auch uns Menschen manchmal dazu, resiliente Strategien zu entwickeln. Dann wenn sie wieder einmal "verrückt spielt" und extreme Naturereignisse uns bedrohen. Strategien, die in einer unsicheren, nicht planbaren und veränderungsintensiven Welt nahezu überall existenzsichernd und beinahe überlebenswichtig geworden sind,...

weiterlesen
X

Kommen wirklich nur die „Harten in den Garten“?

Resilienz – Eine praktische Lebensphilosophie für Mensch und Natur

© by-studio.fotolia

Krisen, Veränderungen, Umbrüche und Belastungen ohne nachhaltige Beeinträchtigung meistern zu können, im Idealfall daran zu wachsen, daraus zu lernen und Neues zu entwickeln, das nennt man Resilienz oder innere Widerstandskraft. Die Natur ist vorbildlich darin und zeigt uns, was gemeint ist. Sie zwingt auch uns Menschen manchmal dazu, resiliente Strategien zu entwickeln. Dann wenn sie wieder einmal "verrückt spielt" und extreme Naturereignisse uns bedrohen. Strategien, die in einer unsicheren, nicht planbaren und veränderungsintensiven Welt nahezu überall existenzsichernd und beinahe überlebenswichtig geworden sind, nicht nur im Fall der Naturkatastrophe.

Naturkatastrophen, wie derzeit der Hurrikan Irma vor der Küste Floridas, haben eine zerstörerische Wirkung für Mensch und Natur. Die verheerenden Folgen werden glücklicherweise irgendwann wieder überwunden sein. Am Ende entsteht daraus meist Neues. 

Ein paar Beispiele:

Ich war vor vielen Jahren für längere Zeit in Kalifornien. Genau zu einer Zeit, als kurz vorher weite Teile des Yosemite-Nationalparks von einem extremen Waldbrand vernichtet waren. Ein Park-Ranger erklärte mir, dass dieses Ereignis auch positive Seiten hat. Die Natur könne sich dadurch neu entfalten. Pflanzen könnten nachwachsen, die vorher kaum eine Chance gehabt hätten, sich im vorhandenen Dickicht zu entwickeln.

Einige Jahre später war ich erneut dort und konnte bestaunen, wie tatsächlich eine wunderschöne neue Pflanzenwelt entstanden war. Nichts erinnerte mehr an die verkohlten und scheinbar toten Flächen. Die Natur hatte sich flexibel angepasst und weiterentwickelt.

Auch die Menschen entwickeln neue Strategien nach verheerenden Katastrophen und lernen daran. Schwere Erdbeben waren beispielsweise Anlass für die Entwicklung neuer Bautechniken. In durch Erbeben gefährdeten Zonen, wird die Statik der Häuser inzwischen so geplant, dass sie flexibel schwanken und sich unter den Erschütterungen eines Bebens dynamisch bewegen können. So, dass sie nicht zusammenzubrechen.

Für drohende Katastrophen haben Menschen kluge Maßnahmenpläne entwickelt, um im Vorfeld kontrolliert beispielsweise Evakuierungsmaßnahmen durchführen zu können. Wie zurzeit auch gerade in Florida. Dadurch kann Schaden am Leben der Menschen in den betroffenen Regionen weitgehend abgewendet werden.

Dies sind nur wenige exemplarische Beispiele aus der Natur, die gut zeigen, worum es auch bei Resilienz geht. Krisen, Veränderungen, Umbrüche und Belastungen ohne nachhaltige Beeinträchtigung meistern zu können, im Idealfall daran zu wachsen, daraus zu lernen und Neues zu entwickeln, das nennt man Resilienz oder innere Widerstandskraft.

Egal, ob für den Einzelnen oder für ganze Systeme und Organisationen, es geht immer darum, sich flexibel an herausfordernde Erfordernisse anpassen zu können. Anders als der oft zitierte Fels in der Brandung, der sich starr dem Widerstand entgegenstellt.

Resilienz ist damit weit mehr als eine neue Stressmanagementtechnik. Es geht nicht um ein weiteres Tool zum optimierten Management von Zeit, Stress, Krisen, ... Resilienz basiert auf inneren Haltungen und Einstellungen, die Flexibilität, Innovationskraft und Kreativität hervorbringen. 

In einer Welt voller Unwägbarkeiten und hoher Veränderungsdynamik braucht es die Bereitschaft und Kompetenz jedes Einzelnen, sich mit den wechselnden Anforderungen dynamisch weiterzuentwickeln. Dafür gibt es keine stabilen Verhaltensregeln, die mit ein wenig Selbstdisziplin in einem 8-Wochen-Kurs abschließend erlernbar sind. Die Annahme, dass ein Verhalten „A“ kausal eine Reaktion „B“ nach sich zieht, ist nicht zielführend in der heutigen Welt.

Jeder, der Resilienz als Methode betrachtet, verkennt die Komplexität und die beeindruckende Tiefe des Resilienz-Konzeptes. Es ist kein neuer „Psycho-Hipe“, sondern ein ernst zu nehmender Erklärungsansatz für brennende Fragen der aktuellen und zukünftigen Welt. Resilienz ist Veränderungsmanagement, Krisenkompetenz und Ausgangspunkt für freigeistige persönliche Entwicklung. Und damit weit mehr als herkömmliche Methoden des Stressmanagements. Es ist eine praktische Lebensphilosophie, die in einen lebenslänglichen Entwicklungsprozess mündet.

Die Gründung neuer Resilienz-Forschungszentren bestätigen die Bedeutung dieses Ansatzes. Nennen möchte ich hier das

Deutsche Resilienz Zentrum der Universität Mainz: https://www.drz.uni-mainz.de

und das

Stockholm Resilience Centre: http://www.stockholmresilience.org .

Das Zentrum in Mainz forscht zur individuellen Resilienz und entwickelt den Präventionsgedanken aus dem Blickwinkel der Resilienz weiter. In Stockholm steht die Stärkung der Resilienz unseres Lebensraumes im Zentrum der Betrachtung. Zwei völlig unterschiedliche Ansätze, die zeigen, wie umfassend bedeutsam das Thema Resilienz ist.

Resilienz ist eine junge Forschungsdisziplin und steckt noch „in den Kinderschuhen“. In Zukunft sind hierzu zahlreiche spannende Erkenntnisse zu erwarten mit wichtigen Impulsen für die praktische Arbeit auch in Coaching, Training und in der Organisationsentwicklung.

Resilienz kann aus meiner Sicht einen wesentlichen Beitrag für einen gesellschaftlichen Kulturwandel leisten. Einen Wandel hin zu einer Kultur, die dem Menschen dient.

Das aus der Darwin’schen Lehre abgeleitete häufig genannte Motto „Nur die Harten kommen in den Garten“ trifft es nicht. Die Natur hat es längst wiederlegt und auch Darwin hat es sicher nicht so gemeint. Gemeint sind die, die sich immer wieder flexibel anpassen und verändern können. Sie konnten und können in der Menscheitsgeschichte überleben. Trotz großer Herausforderungen und widriger Lebensumstände. Die, die über eine ausgeprägte Resilienz verfügen. Wirklich neu ist das Thema also gar nicht.

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@remove-this.julitta-roessler.de

www.julitta-roessler.de

 

 

Schließen

Kulturwandel durch Genügsamkeit

Die Kunst eines zufriedenen und guten Lebens

© Julitta Rössler

Manchmal träume ich vor mich hin.

Darüber, wie wir anders leben und arbeiten können. Darüber, wie ein kultureller Wandel aussehen könnte. So, dass wir zufrieden und lebendig leben können.

Denn, wenn ich durch die Straßen gehe und in die vielen ernsten, beinahe leblosen und gestressten Gesichter sehe, denke ich: So, wie wir es zurzeit machen, funktioniert es nicht. Auch wenn ich die Geschichten meiner Klienten von Überforderung und Frustration Revue passieren lasse, merke ich, dass der Traum vom zufriedenen Leben doch viel zu oft leider nur ein Traum ist.

Das macht mich traurig, manchmal zornig, auf jeden Fall...

weiterlesen
X

Kulturwandel durch Genügsamkeit

Die Kunst eines zufriedenen und guten Lebens

© Julitta Rössler

Manchmal träume ich vor mich hin.

Darüber, wie wir anders leben und arbeiten können. Darüber, wie ein kultureller Wandel aussehen könnte. So, dass wir zufrieden und lebendig leben können.

Denn, wenn ich durch die Straßen gehe und in die vielen ernsten, beinahe leblosen und gestressten Gesichter sehe, denke ich: So, wie wir es zurzeit machen, funktioniert es nicht. Auch wenn ich die Geschichten meiner Klienten von Überforderung und Frustration Revue passieren lasse, merke ich, dass der Traum vom zufriedenen Leben doch viel zu oft leider nur ein Traum ist.

Das macht mich traurig, manchmal zornig, auf jeden Fall nachdenklich. Und dann fange ich an, darüber zu sinnieren wie es anders gehen kann. Der Schlüssel liegt, wie meist, bei uns selbst.

Vielleicht so?

Wenn wir weniger besitzen wollen und stattdessen mehr wir selbst sein und uns entfalten wollen?

Dann wären wir nicht abhängig von Jobs, die uns nicht guttun oder nicht zu uns passen. Wir müssten nicht Karriere machen und immer mehr Geld verdienen. Wir könnten möglicherweise tun, was wir gerne tun. Wir hätten weniger „Müssen“ und stattdessen mehr “Können“ in unserem Leben.

Alles, was wir besitzen ist obendrein vergänglich. Besser wir klammern nicht daran fest, sondern betrachten es als Leihgabe mit ungewissem Rückgabedatum.

Reichtum kann durch die nächste globale Finanzkrise von heute auf morgen vernichtet sein. Der vermeintlich sichere Job kann im Zuge der nächsten Umstrukturierungsmaßnahme wegrationalisiert sein. Das eigene Unternehmen kann in eine Insolvenz geraten. Eine schwere und lebensbedrohliche Krankheit kann uns von heute auf morgen arbeitsunfähig machen. Das teure Auto vor der Tür kann bei einem Unfall einen Totalschaden haben. Ein Unwetter kann unser Haus zerstören. ... Und was bleibt, wenn wir uns ausschließlich auf die Mehrung unseres Lebensstandards konzentriert haben?

Wenn wir das Leben und seine Herausforderungen öfters einfach nehmen würden wie es ist?

Dann könnten wir aufhören zu jammern und zu hadern. Dann würden wir uns weniger ärgern. Dann hätten wir weniger Konflikte und Streit. Dann wären wir versöhnlicher und würden uns nicht länger als hilfloses Opfer fühlen. Das sind wir nämlich nicht. Es gibt überall Einflussmöglichkeiten. Mal mehr, mal weniger. Unsere innere Haltung zu den Aufgaben des Lebens, gibt uns immer die Möglichkeit, eine Situation zu unserem Wohl zu beeinflussen. Ich nenne es „das Gesicht, das wir zu allem aufsetzen“. Darüber entscheiden nur wir selbst. Und es hat eine große Bedeutung für unsere Zufriedenheit.

Und ganz ehrlich: Wirklich Sorgen können wir uns machen, wenn wir die Kündigung erhalten, unser Lebenspartner sich von uns trennt, wir eine Krebsdiagnose erhalten, ... Nicht aber, wenn der neue Kollege schwierig ist, unser Kind „nur“ ein durchschnittliches Abitur macht, der Stau jeden Morgen länger wird, ... Wirkliche Probleme haben wir nur sehr wenige. Vielleicht nehmen wir auch hier eine demütige Haltung an. Eine Haltung, die in den Fokus rückt, dass wir in einem freien Land leben dürfen, nicht Hunger leiden müssen, ein Dach über dem Kopf haben, nicht frieren müssen, frei unsere Meinung sagen können, zwischen unzählig Möglichkeiten wählen können, Freizeit haben, ...

Es gäbe schlechtere Plätze auf dieser Welt. Ich meine, wir können dankbar sein für Vieles.

Wenn wir aufhören, uns allzu schnell Sorgen zu machen?

Denn Sorgen sind erst einmal nur Gedanken. Wir können uns auch für andere Gedanken entscheiden. Unsere Gedanken sind frei. Nichts spricht dagegen, dass wir uns für zuversichtliche Gedanken und mögliche Lösungen entscheiden. Nur sehr wenige Situationen sind mit ein wenig Abstand betrachtet wirklich so bedrohlich, wie wir in dem Moment unserer Sorge glauben. Die Fokussierung unserer Gedanken ist vielfach zu eng. So eng, dass die fast immer vorhandenen positiven Aspekte einer Situation nicht mehr wahrgenommen werden. Die Gesamtmenge der für Erfolg, Glück, Zufriedenheit, ... maßgeblichen Faktoren wird auf einen oder wenige momentan aus dem Lot geratene Aspekte reduziert. Mit ein wenig Abstand betrachtet, ist die Bedeutung dieser Einzelfaktoren relativ zur Gesamtsituation meist eher gering.

Ein Kollege sagte einmal sehr treffend: „Vom Mond aus betrachtet ist alles halb so schlimm!“

Wenn wir aufhören, alle Entscheidungen und Ergebnisse an Effizienzkriterien, Profitmaximierung und Kostensenkung auszurichten?

Dann könnte eine menschenwürdige Arbeitswelt entstehen. Eine Arbeitswelt für loyale, begeisterte, engagierte, kreative und leistungsfähige Mitarbeiter. Sie sind Garant für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Sie sichern den Shareholder Value. Es würde sich auszahlen, in den Faktor Mensch zu investieren. Kosten, insbesondere Personalkosten, maximal zu senken, um kurzfristig den Profit und Shareholder Value zu steigern, ist dagegen wirtschaftlich betrachtet ein großer Fehler. Spätestens, wenn keine weiteren Einsparmöglichkeiten mehr existieren und „das letzte Tafelsilber“ verkauft ist, werden die fatalen Folgen einer ausschließlich an monetären Größen orientierten Unternehmensführung deutlich. Dann nämlich, wenn die Mitarbeiter jegliche Begeisterung für ihre Arbeit und ihre Loyalität für das Unternehmen darüber verloren haben. Beispiele dafür gibt es genug.

Wenn wir nicht die Verhältnisse, die Natur und unseren Lebensraum, an unsere unkontrolliert wachsenden Bedürfnisse und Wünsche anpassen, sondern umgekehrt unsere Wünsche und Bedürfnisse an sie anpassen?

Das wäre eine demütige und dankbare Lebenshaltung. Das wäre vielleicht der Schlüssel für unser Überleben! Das wäre eine Haltung, die uns am Ende vielleicht zufrieden, lebendig und glücklich sein lässt. Für ein Leben, in dem es nicht um Status und materielle Dinge geht, sondern um achtsames und verantwortliches Miteinander und die freie Entfaltung jedes einzelnen Menschen.

Ähnliche Gedanken finden sich bereits in den Empfehlungen der Lebensphilosophie der Stoa. Die Stoa hat ihren Ursprung im vierten Jahrhundert vor Christus in Athen und findet einen zweiten Höhepunkt im zweiten Jahrhundert nach Christus In Rom. Berühmte Vertreter sind u. a. Marc Aurel, Epiktet und Seneca. Auch sie empfahlen, sich vom Äußeren zu lösen, sich auf das eigene Innenleben und die inneren Einstellungen zu besinnen. Erkennen und zu akzeptieren, was außerhalb der eigenen Macht steht, gehört dazu. Äußere Dinge sind nicht schlecht. Schlecht ist nur die falsche innere Einstellung dazu. Sie nämlich für wichtig zu erachten. Es kommt darauf an, innerlich unabhängig von den Dingen zu sein. Das schließt nicht aus, daran Freude zu haben. Genügsamkeit als Glück bringende Haltung ist Kern der stoischen Philosophie. Eine Haltung die uns allen, besonders auch manchem Unternehmenslenker gut zu Gesicht stehen würde.

Diese Lebensphilosophie hat aus meiner Sicht starke Bezüge auch zum Resilienz-Konzept. Auch hier geht es um Haltungen und Einstellungen für ein gelingendes Leben. Auch im Resilienz-Konzept spielt der Prozess des Annehmens, Akzeptierens und der Selbstverantwortung eine zentrale Rolle. Es geht darum, Negatives so in das Leben zu integrieren, dass es Anlass für die eigene Verbesserung sein kann. Denn an den Wechselläufen des Lebens können wir uns entwickeln, verändern und wachsen. Ein gereiftes und innerlich starkes Selbst ist die Basis für ein zufriedenes und reiches Leben. Reich an Erfahrungen und daraus erwachsener Lebendigkeit und Stärke. Das ist der zentrale Gedanke im Resilienz-Konzept.

Ein Leben, in dem sich jeder mit seinen ganz individuellen Eigenarten und Kompetenzen einbringen und voll entfalten kann, wäre für mich ein gutes Leben. Ein Leben, in dem es nicht vorrangig um materielle Dinge und Status geht, sondern um Selbstentwicklung, Freiheit und intensive Erfahrungen verbunden mit ausreichend Zeit, sich auch der Muße hinzugeben. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Vielleicht kann es so gehen?

Wenn wir uns wieder vermehrt für vielfältige Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissenschaften interessieren, besonders der Philosophie?

Wenn wir die Erkenntnisse daraus beispielsweise in allen Lebensbereichen, auch in der Wirtschaft, nutzen, um eine Kultur zu schaffen, die Vielfalt, Kreativität und lustvolle Entfaltung fördert? Eine Kultur und Wirtschaft, in der weniger Wollen und Brauchen und stattdessen mehr inneres Wachstum und persönliche Entwicklung möglich ist. Eine Kultur und Wirtschaft, in der der Mensch ganz einfach Mensch sein kann. In der er ein gesundes Wechselspiel von Müßiggang sowie von vielfältigen und seine Entfaltung fördernden Erfahrungen machen kann. Eine Kultur und Wirtschaft für ein zufriedenes und lebendiges Leben.

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@julitta-roessler.de

 

 

.  

 

 

 

Schließen

ISO-Norm für Resilienz

Braucht Resilienz einen normierten Rahmen?

© Colours-Pic - fotolia

Im März 2017 wurde von der Internationalen Organisation für Normung ISO eine Norm zu organisationaler Resilienz veröffentlicht. Die „ISO 22316 Security and resilience – Organizational resilience – Principles and attributes“. Sie gibt Richtlinien zur Entwicklung von Resilienz für Organisationen vor.

Passt eine Norm für organisationale Resilienz in die vielzitierte VUCA-Welt? Passt eine Norm zum Grundgedanken des Resilienz-Konzeptes? Ich sage klar „Nein“!

Der Kerngedanke des Resilienz-Konzeptes ist Flexibilität. Es geht um Veränderungs- und Krisenmanagement durch flexible Anpassung an sich ständig wandelnde...

weiterlesen
X

ISO-Norm für Resilienz

Braucht Resilienz einen normierten Rahmen?

© Colours-Pic - fotolia

Im März 2017 wurde von der Internationalen Organisation für Normung ISO eine Norm zu organisationaler Resilienz veröffentlicht. Die „ISO 22316 Security and resilience – Organizational resilience – Principles and attributes“. Sie gibt Richtlinien zur Entwicklung von Resilienz für Organisationen vor.

Passt eine Norm für organisationale Resilienz in die vielzitierte VUCA-Welt? Passt eine Norm zum Grundgedanken des Resilienz-Konzeptes? Ich sage klar „Nein“!

Der Kerngedanke des Resilienz-Konzeptes ist Flexibilität. Es geht um Veränderungs- und Krisenmanagement durch flexible Anpassung an sich ständig wandelnde Kontextbedingungen. Anpassungen mit dem Ziel von Entwicklung und Wachstum. Dabei geht es um einen Prozess, der kein planbares Endziel hat. Die Entwicklung flexibler Unternehmens- und Führungsstrukturen und die Gestaltung kulturellen Wandels sind Kernaufgaben dieses Prozesses.

Die äußeren Rahmenbedingungen wandeln sich permanent und in immer schnellerem Tempo. Niemand weiß heute, wie der organisationale Kontext morgen aussehen wird. Organisationen sind lebendige Systeme, die nur dann flexibel, agil und damit erfolgreich sein können, wenn sie sich frei, dynamisch und immer wieder neu selbst erfinden können. Digitalisierung, Globalisierung, Agilität und gesellschaftlicher Wandel verbunden mit den zugehörigen Unsicherheiten brauchen kein starres Korsett. Ganz im Gegenteil!

Die Bewältigung der Herausforderungen in der VUCA-Welt lässt sich nicht normieren. Es braucht Freigeist, Mut, Risikobereitschaft sowie vertrauensvoll und eigenverantwortlich agierende Gemeinschaften. Natürlich braucht es dennoch einen Halt und Struktur gebenden Rahmen und Regeln. Der Rahmen und die Spielregeln müssen aber fast täglich neu und frei von starren Vorgaben entworfen werden. Sie müssen Spielraum für Individualität lassen.

Auf der personalen Seite geht es um persönliches Wachstum hin zu einer reifen Ich-Entwicklungsstufe. Menschen auf einer späten Stufe der Ich-Entwicklung haben Fähigkeiten, die Kernkompetenzen der Zukunft und der Resilienz sind. Dazu zählt die Fähigkeit zu multiperspektivischem und komplexem Denken und zur innovativen und kreativen Ideenfindung. Und die Fähigkeit zu Improvisation sowie zu selbstverantwortlichem Handeln. Ganz wesentlich gehört dazu auch die Fähigkeit zur Gestaltung guter Beziehungen.

Das sind die unverzichtbaren Soft-Skills der Zukunft!

Keine Organisation der Welt wird sich ohne die in ihr arbeitenden Menschen zukunftsfähig entwickeln können. Eine Perspektive, die ausschließlich die organisationale Seite in den Blick nimmt, ist zu kurz gedacht.

Hinter den immer wieder neu ins Leben gerufenen Normen und Standards vermute ich persönlich ein profitables Geschäftsmodell. Anbieter von Zertifizierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen werden mit weiteren und teuren Angeboten den Markt überfluten.

Ich lehne diese Entwicklung ab und überzeuge anstatt mit dem x-ten Zertifizierungssiegel lieber mit Kompetenz, Erfahrung sowie meiner Leidenschaft für das Thema Resilienz.

Normen halte ich nicht für zeitgemäß!

 

Weitere Informationen: Julitta Rössler

www.julitta-roessler.de

mail@remove-this.julitta-roessler.de

 

 

 

 

 

Schließen

Wieviel Kindergarten verträgt die Business-Welt?

Hört endlich auf zu spielen!

©Doris Oberfrank-List - fotolia

Es gibt Gespräche, die nachwirken. Gespräche, die Gedanken anstoßen. Gestern hatte ich wieder so eines. Eigentlich war es ein Klagegespräch. Ein Klagegespräch über unsere zunehmend schwieriger werdende Arbeit als externer Berater und als Coach. Schwieriger, weil die Kundenseite sich grundlegend verändert hat. Und damit waren wir auf einmal in einer Diskussion über den Wandel in den Unternehmen.

Es ging um den Wandel hin zu mehr Flexibilität, agilen Strukturen, Auflösung von Hierarchien, neuen Führungskonzepten, zunehmenden Freiheitsgraden, Digitalisierung, ... Es ging um Merkmale der Arbeitswelt 4.0.

Wievi...

weiterlesen
X

Wieviel Kindergarten verträgt die Business-Welt?

Hört endlich auf zu spielen!

©Doris Oberfrank-List - fotolia

Es gibt Gespräche, die nachwirken. Gespräche, die Gedanken anstoßen. Gestern hatte ich wieder so eines. Eigentlich war es ein Klagegespräch. Ein Klagegespräch über unsere zunehmend schwieriger werdende Arbeit als externer Berater und als Coach. Schwieriger, weil die Kundenseite sich grundlegend verändert hat. Und damit waren wir auf einmal in einer Diskussion über den Wandel in den Unternehmen.

Es ging um den Wandel hin zu mehr Flexibilität, agilen Strukturen, Auflösung von Hierarchien, neuen Führungskonzepten, zunehmenden Freiheitsgraden, Digitalisierung, ... Es ging um Merkmale der Arbeitswelt 4.0.

Wieviel Agilität, Dynamik, Freiheit, Strukturlosigkeit und Führungslosigkeit verträgt diese neue Arbeitswelt? Für mich ist eine Grenze des Sinnvollen erreicht! Mein Empfinden: nicht nur Führungsstrukturen werden flacher, auch der Grad an Intellektualität wird flacher. Geistiger Tiefgang und Kompetenz mutieren zu Fremdwörtern. Verlässlichkeit, Orientierung und Struktur haben Seltenheitswert.

Neue Formate des Austausches sollen stattdessen Freigeist und Kreativität fördern.

Strukturierte Meetings und kompetente Moderation sind out. Es lebe das Barcamp und das World-Café. Anspruchsvolle Trainings und Seminare sind Schnee von gestern. Es lebe das kostenfreie halbstündige Webinar. Intensive Beratungs- und Coaching-Gespräche von Angesicht zu Angesicht kosten zu viel Zeit. Es lebe der Austausch per Skype. Ich vermute bald ist Coaching per WhatsApp der Hipe. Führungskräfte mit Charisma, gutem Gespür für ein gesundes Wechselspiel zwischen Lenkung und Eigenverantwortung und ausgeprägter Sozial- und Fachkompetenz sind Mangelware. Es lebe die Selbstregulation und das freie Spiel der Kräfte ...

Alles dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen, erinnert mich  an die Methoden der antiautoritären Erziehung. Das hat auch nicht geklappt! Neue Formate des Austauschs haben Ähnlichkeit mit Stuhlkreisen im Kindergarten nach dem Prinzip „Wir haben uns alle ganz lieb und jeder darf hier jetzt mal in die Mitte und was sagen!“. Die Gestaltung der Arbeitsräume erinnert mich an das Bälle-Paradies für Kinder bei IKEA.  

Freigeist und Kreativität sind tatsächlich Schlüsselkompetenzen für Erfolg. Freigeist ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Intellektualität, geistigen Tiefgang, Offenheit und Reife. Kreativität braucht Zeit. Auch einmal Rückzug. Kreativität ist im Kern strukturiert und alles andere als chaotisch.

Dafür braucht es einen Rahmen, eine Struktur, die freiheitlich geprägt und dennoch organisiert und begrenzend ist. So, wie Menschen Sinn, Eigenverantwortung und Freiheit, aber auch fördernde Lenkung und Orientierung brauchen. Es braucht Zeit zum konzentrierten Nachdenken und Zeit für eine gute Gesprächskultur.

Gerade weil die Arbeits- und Unternehmenswelt 4.0 so unsicher, fragil, flexibel und veränderungsintensiv ist, ist im Innen Struktur, Verlässlichkeit und Lenkung wichtig. Damit meine ich nicht die Rückkehr zu autoritären Führungskonzepten. Nein, direktive Führung von oben ist von gestern und passt nicht mehr. Führung mit Weitblick im Kurzlebigen, Führung mit Dynamik und dabei Verlässlichkeit, Führung auf Augenhöhe und dabei Richtung gebend sowie Führung mit Rückgrat und Charisma ist zeitgemäß. Führung immer im Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz sowie zwischen Improvisation und Struktur! Führung, die erwachsene Reife hat! Dafür braucht es wahre Freigeister. Das sind die Helden der Moderne!

Dann können die Mitarbeiter sich zu reifen, erwachsenen und kreativen Persönlichkeiten entfalten. Dann entstehen Spitzenleistungen.   

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@remove-this.julitta-roessler.de

 

 

 

Schließen

Auszeiten – Nährboden für wohltuende Veränderung

Vom Wert des Loslassens

©Sandra Thiele - fotolia


Es ist halb zehn Uhr morgens an einem Donnerstag. Ich sitze noch beim Frühstück, werde gleich in aller Ruhe ein paar Zeitungen lesen, überlege mir dann, was ich heute wirklich gerne machen möchte, wen ich treffen möchte, genieße noch ein wenig den Ausblick auf meiner kleinen Terrasse, ...

So oder ähnlich beginnen meine Tage momentan. Ich habe mich für eine vierwöchige Auszeit entschieden. Eine Auszeit zuhause auf Balkonien. Eine Auszeit von allem Alltäglichen und von allem, was mit meiner Arbeit zu tun hat. Eine Auszeit für mehr Kreativität. Eine Auszeit, in der ich mir lediglich täglich vier bis fünf Stunden...

weiterlesen
X

Auszeiten – Nährboden für wohltuende Veränderung

Vom Wert des Loslassens

©Sandra Thiele - fotolia


Es ist halb zehn Uhr morgens an einem Donnerstag. Ich sitze noch beim Frühstück, werde gleich in aller Ruhe ein paar Zeitungen lesen, überlege mir dann, was ich heute wirklich gerne machen möchte, wen ich treffen möchte, genieße noch ein wenig den Ausblick auf meiner kleinen Terrasse, ...

So oder ähnlich beginnen meine Tage momentan. Ich habe mich für eine vierwöchige Auszeit entschieden. Eine Auszeit zuhause auf Balkonien. Eine Auszeit von allem Alltäglichen und von allem, was mit meiner Arbeit zu tun hat. Eine Auszeit für mehr Kreativität. Eine Auszeit, in der ich mir lediglich täglich vier bis fünf Stunden kreative Schreibzeit verordne. Zeit, um das Manuskript für mein nächstes Buch fertigzustellen.

Dabei habe ich mich zur Mail-Abstinenz entschieden. Ich schaue lediglich einmal wöchentlich in meinen Posteingang und entscheide, was so wichtig ist, dass ich es sofort beantworten will. Vorab habe ich 90% meiner Newsletter-Abos abbestellt. Herrlich!

Ich schaue nur ab und zu mal ins Internet und in meine Social-Media-Accounts. Wenn, dann nur kurz und zielgerichtet, ohne mich in geistlosen Bullshit-Meldungen zu verlieren.

Meinen Kalender habe ich in dieser Zeit frei gehalten von jeglichen im voraus geplanten Terminen und Verabredungen. Ich lebe meine Tage spontan und ungeplant.

Nach knapp der Hälfte dieser Zeit stelle ich Veränderungen fest. Veränderungen, die mich nachdenklich machen. Veränderungen, die ich mir bewahren will.

Ich bin wieder in der Lage mit absoluter Konzentration lange Texte zu lesen, ohne gedanklich abzuschweifen. Mein Informationsstand hat wieder Tiefgang.

Ich schlafe, wie ein Baby, ohne wach zu werden. Es scheint nichts mehr zu geben, was mich so sehr beschäftigt, dass es mich nachts um den Schlaf bringen könnte.

Ich mache Dinge, die ich sonst nicht mache und erlebe die Tage intensiv. Beim aufmerksamen Bummel durch diverse Stadtviertel entdecke ich viele Orte der Inspiration: kleine Galerien, interessante Buchläden, nette Straßen-Cafés und kleine Restaurants, schöne Plätze zum Verweilen, ... Orte, an denen ich bisher oft vorbeigegangen bin.

Ich merke, dass ich wieder Kreativität entwickele. Mir kommen Ideen in den Sinn und ich entwickle neue Perspektiven auch für meine berufliche Entwicklung. Ich spüre wieder große Lust auf Vieles und erlebe mich lebendig und energievoll.

Auf einmal habe ich wieder, wie früher immer, ein Skizzenbuch und einen Zeichenstift in meiner Handtasche. Wenn ich irgendwo auf einer Bank sitze oder in einem Café halte ich meine Eindrücke in kleinen Skizzen fest. Meine Künstlerseele, die so lange nicht mehr gelebt hat, weil vermeintlich so viele andere Themen wichtiger waren, erwacht wieder.

Ich schreibe mein Buch mit unerwarteter Leichtigkeit und merke, dass mein Schreibstil locker wird. Die Gedanken zu den Buchinhalten fließen.

Es macht Spaß, wieder persönlich zu kommunizieren anstatt miteinander zu texten. Ich erlebe wunderschöne ganz reale Zeiten mit Menschen, die mir wichtig sind. Ich gehe erwartungsfrei mit ihnen um. Kein Plan, kein Druck, kein Müssen, ... nur miteinander sein.

Mein Fazit in der Halbzeit:

Eine zeitlich begrenzte Auszeit des Loslassens ist eine wohltuende und energiestiftende Zeit, die kreative Potenziale freisetzt. Eine Zeit, die vieles vom alltäglichen Wahnsinn relativiert und zu Veränderung inspiriert.

Loslassen von Allem klärt den Geist.

Loslassen bringt innere Ruhe.

Loslassen ist emotional.

Loslassen bringt neue Qualität in zwischenmenschliche Verbindungen.

Loslassen macht lebendig.

Loslassen macht die eigene Selbstwirksamkeit spürbar.

Loslassen macht frei von äußeren Erwartungen.

Loslassen macht stark und verändert!

 

Loslassen von Allem braucht keinen Ortswechsel und keine Ablenkung. Im Gegenteil! 

Und noch etwas: Jeder kann das für sich realisieren, wenn er wirklich will! Es müssen ja nicht gleich vier Wochen sein.

 

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@remove-this.julitta-roessler.de

 

 

Schließen

Professionelles Coaching - Ein leichtfüßiger Tanz

Was hat Tango tanzen mit Coaching zu tun?

©pavlogatilov-fotolia

Gestern Abend in Düsseldorf. Ein lauer Sommerabend. Auf dem Johannes-Rau-Platz treffen sich Paare zum freien Tango tanzen. Jeder kann einfach auf den Platz gehen und mitmachen. Es gibt kein Programm, keinen Moderator, keinen Tanzlehrer, ... Nur die Lust zu tanzen ist treibende Kraft, sich unter die tanzenden Paare zu mischen.

Irgendwo hat jemand eine Musikanlage aufgestellt und lässt die Töne südamerikanischer Tangomusik erklingen. Als ob es keine passendere Musik zu so einem schwülwarmen Sommerabend in der Stadt geben könnte. Die letzten Sonnenstrahlen tauchen die Szenerie in ein sommerlich warmes Licht. Alle, die...

weiterlesen
X

Professionelles Coaching - Ein leichtfüßiger Tanz

Was hat Tango tanzen mit Coaching zu tun?

©pavlogatilov-fotolia

Gestern Abend in Düsseldorf. Ein lauer Sommerabend. Auf dem Johannes-Rau-Platz treffen sich Paare zum freien Tango tanzen. Jeder kann einfach auf den Platz gehen und mitmachen. Es gibt kein Programm, keinen Moderator, keinen Tanzlehrer, ... Nur die Lust zu tanzen ist treibende Kraft, sich unter die tanzenden Paare zu mischen.

Irgendwo hat jemand eine Musikanlage aufgestellt und lässt die Töne südamerikanischer Tangomusik erklingen. Als ob es keine passendere Musik zu so einem schwülwarmen Sommerabend in der Stadt geben könnte. Die letzten Sonnenstrahlen tauchen die Szenerie in ein sommerlich warmes Licht. Alle, die Tanzenden ebenso wie die Zuschauenden, scheinen in diese wunderschöne, ein wenig laszive und knisternd erotische Stimmung des Abends einzutauchen. Die Emotionalität gerade des Tango-Tanzes liegt förmlich in der Luft.

Die Tanzenden bewegen sich mit Leichtigkeit über den öffentlichen Platz. Manche können Tango tanzen wie Profis, andere wiederrum sind noch am Anfang ihres Könnens. Alles ist richtig, niemand lacht und niemand braucht Angst zu haben, sich zu blamieren. Jeder kann sich im Rahmen seines Könnens und seiner Lust und Freude am Tango tanzen darauf einlassen und den Abend zu einem besonderen Abend werden lassen.

Oft sind es diese besonderen und unter die Haut gehenden Momente des Lebens, die mich im Nachhinein für Neues in meiner Arbeit als Coach inspirieren. Manchmal geben sie mir auch einfach den Impuls zu einer bildhaften Beschreibung für das, was meine Arbeit als professioneller Coach ausmacht. So auch gestern.

Auf dem Nachhauseweg ging mir plötzlich ein Gespräch durch den Kopf, dass ich vergangene Woche mit einem Kollegen geführt habe. Wir sprachen darüber, was Coaching von Beratung unterscheidet und was das Besondere im Coaching ist. Er sagte, dass gutes Coaching tänzerisch leicht ist, wie ein „echter“ Tanz. Mir hat dieses Bild sehr gefallen und wohl deshalb kam es mir gestern Abend plötzlich wieder in den Kopf.

Ja, Coaching ist wie ein geschmeidiger Tanz. Wie beim Tanzen braucht professionelles Coaching Erfahrung, Übung sowie methodisches und psychologisches Können und Wissen. Eine Portion Leidenschaft für Menschen und die Fähigkeit zu Empathie ist unverzichtbar. Nur damit gelingt es, den Coachee tief in seinem Innern zu berühren und Reflexionsprozesse bei ihm anzustoßen.

Wie beim Tanzen auch, übernimmt der Coach die Führung, ohne direktiv zu sein. Er lenkt den Prozess fast unbemerkt. So, dass der Coachee sich voller Vertrauen darauf, wie auf einen wundervollen Tanzpartner, einlassen kann. Der Coach lenkt durch die Rhythmen der Themen, Anliegen und Ziele des Coachees. Niemals drängt oder bevormundet er ihn mit seinen Vorstellungen davon, wie aus seiner Erfahrung ein Ergebnis, die Figur des Tanzes, aussehen sollte. Seine eigenen Ideen, Impulse und Möglichkeiten bietet er dem Coachee lediglich als Reflexionsimpuls an. Er überlässt dem Coachee die Entscheidung, ob er sie annehmen will. Denn, der Coachee ist der Experte für sein eigenes Leben. Nur er kann wissen, was für ihn möglich ist und sich gut anfühlt. So überlässt der Coach ihm die letztliche Auswahl der nächsten Schritte, ohne dabei die Führung aufzugeben. Es entsteht ein aufeinander eingespieltes und gut miteinander verschmolzenes rundes Ganzes. Frei von Hierarchie, aber dennoch mit Führung, aber partnerschaftlich und auf Augenhöhe. Eben wie im Tanz.

Der Coach inspiriert, stärkt und ermutigt, neue Denk- und Handlungsmuster auszuprobieren. Mit tänzerischer Leichtigkeit bietet er neue Perspektiven - neue Schrittkombinationen - an und lenkt einfühlsam dorthin. Empathisch nimmt er wahr, ob der Coachee sich auf seine nächsten Schritte einlassen will oder nicht. Er schafft den Raum, in dem sich der Coachee angstfrei neu ausprobieren kann, ohne sich dabei blamieren zu können. So, wie die tanzenden Paare in Düsseldorf gestern Abend.  Sie konnten sich sicher sein, dass sie nicht zum Gespött der Zuschauer werden, wenn ihnen Schritte nicht sofort gut gelingen. Immer wieder neu übernimmt der Coach die Führung sanft und für den Coachee unbemerkt. Und doch lässt er ihm zu jedem Zeitpunkt die Freiheit, mitzugehen oder auch nicht. Die Ziele und Anliegen des Coachees sind entscheidend. So wie es einem guten Tänzer in der Führungsrolle darum geht, den Tanzpartner in passender und berührender Weise zu lenken. Immer vermeidend, sich auf die Füße zu treten.

Anders als vielfach beim Tanzen entsteht im Coaching zwar eine tiefe persönliche Verbindung, nie aber eine intime emotionale Beziehung. Und doch hat auch Coaching etwas von der beim Tanz spürbaren emotionalen Tiefe und Nähe. Nur auf einer anderen, eben professionellen Ebene. Wie ein tanzendes Paar werden die Beteiligten im Verlauf eines guten Coachings vertraut miteinander, kommen sich nah und sind immer mehr aufeinander eingespielt. Der Coach weiß die Signale seines Gegenübers unmittelbar zu deuten. Immer aber mit der nötigen persönlichen Distanz. Es ist ein tänzerisches Spiel, im Idealfall leicht, hoch emotional und berührend wie ein Tangotanz. Immer aber professionell distanziert. So, wie bei „echten“ Profitänzern.

Ganz besonders im Resilienz-Coaching greift für mich das Bild des Tanzes als bildhafter Vergleich. Gerade die schweren, belastenden, manchmal schicksalhaft aus der Bahn werfenden, in jedem Fall aber besonders herausfordernden Themen, um die es im Rahmen von Resilienz-Coaching geht, brauchen den leichten und spielerischen Gegenpol. Widerstandskraft und innere Stärke aufzubauen, bedeutet für mich als Coach immer, dem Schweren im Leben wieder Leichtigkeit zu geben. Es bedeutet, Zutrauen in die eigenen Chancen und Möglichkeiten zu ermöglichen. Eben einen neuen und leichteren Tanz auszuprobieren, manchmal vielleicht mit einem neuen Tanzpartner sprich Chef, Arbeitgeber, Lebenspartner ...

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@julitta-roessler.de

 

Schließen

Das Leben als Fotoausstellung

Visualisierung eines idealen Lebens

©Marc-Remo-fotolia    

Letzte Woche habe ich die Fotoausstellung "Mythos Tour de France" besucht. Zu sehen waren über 120 beeindruckende Bilder von Menschen rund um die Tour und von den Sportlern selbst. 20 internationale Fotokünstler haben Fotos aus mehr als 80 Jahren Tour-Historie präsentiert. Gezeigt wurden die Fahrer, die Pisten, die Landschaften, die Fans am Rande, die Menschen der Orte, durch die die Tour verläuft, ... In meinem Kopf entstanden Geschichten und Bilder von Menschen abseits des offiziellen Spektakels, Geschichten vom Leiden der Fahrer, Geschichten vom prallen Leben der nach Vergnügen suchenden Menschen am Rande,...

weiterlesen
X

Das Leben als Fotoausstellung

Visualisierung eines idealen Lebens

©Marc-Remo-fotolia    

Letzte Woche habe ich die Fotoausstellung "Mythos Tour de France" besucht. Zu sehen waren über 120 beeindruckende Bilder von Menschen rund um die Tour und von den Sportlern selbst. 20 internationale Fotokünstler haben Fotos aus mehr als 80 Jahren Tour-Historie präsentiert. Gezeigt wurden die Fahrer, die Pisten, die Landschaften, die Fans am Rande, die Menschen der Orte, durch die die Tour verläuft, ... In meinem Kopf entstanden Geschichten und Bilder von Menschen abseits des offiziellen Spektakels, Geschichten vom Leiden der Fahrer, Geschichten vom prallen Leben der nach Vergnügen suchenden Menschen am Rande, Geschichten von Kommerz und Ruhm, Geschichten von Sieg und Niederlage, ...

Beim Betrachten von Kunst, können solche fantasievollen Geschichten entstehen. Deshalb mag ich Kunst. Indem ich die Werke betrachte, werde ich Teilhaber von Biografien, von gelebtem Leben und von Geschehnissen, die nicht meine eigenen sind. Das inspiriert und lässt in andere Welten abtauchen, wie bei der Lektüre eines guten Romans. Es wirft Fragen auf und schärft zuweilen auch den kritischen Blick auf das eigene Leben. Deshalb sehe ich eine wunderbare Verbindung zwischen Kunst und Coaching und gehe immer häufiger mit meinen Klienten ins Museum oder in Galerien. Letztlich geht es im Coaching darum, einen neuen Blick auf dasselbe zu entwickeln. Das Betrachten von Fotos, Skulpturen und Gemälden kann Fenster öffnen und einen anderen Blick auf sich selbst, andere und die Welt eröffnen.

Der Besuch der Ausstellung zur Tour de France hat mich zu einem neuen Ansatz der Selbstreflexion mit meinen Klienten inspiriert. Im Coaching geht es häufig darum, Visionen eines idealen, stimmigen, passenden, guten, erfolgreichen, ... Lebens zu entwerfen. Die Unterschiede zum aktuellen Leben zu erforschen, ist nicht immer angenehm, meist aber erhellend und ermutigend. Der vor allen Dingen emotionale Soll- Ist-Abgleich eröffnet unter professioneller Coaching-Begleitung neue Perspektiven und Zutrauen in die eigenen Möglichkeiten. Er ermöglicht ein „Hin-zu-Denken“ oder eine „Ich-kann-Haltung“ anstatt der häufig vorherrschenden „Weg-von-Haltung“ oder der „Ich-muss-Haltung“. Denn: „Wenn du es dir vorstellen kannst, kannst du es auch machen.“ (Walt Disney).

Es ist hilfreich, dafür das eigene Leben einmal vom Ende her zu betrachten. Wie wäre der Rückblick auf mein Leben, wenn ich alles immer weiter unverändert so machen würde wie jetzt? Wäre das in Ordnung? Wie würde sich das dann anfühlen?

Angenommen, am Ende Ihres Lebens würde für die Nachwelt eine Dauerausstellung mit Fotos, Videos, Audio-Aufnahmen Ihrer Gespräche sowie mit Zitaten aus Ihrem Leben organisiert. Was würde den Besucher dort erwarten? Wären vielleicht zu 80% Werke aus dem Arbeitsleben zu sehen und nur zu 20% aus Ihrem Privatleben? Wären die Werke vielleicht obendrein eher düster und würden von Unzufriedenheit und Frustration erzählen. Wären die Bilder und Zeugnisse von Ihrem glücklichen Lebensanteilen, die Werke von schönen Stunden, von Aktivitäten, bei denen Sie sich durch und durch lebendig gefühlt haben, die Dokumente von den Lebensstunden mit den Menschen, die Sie lieben und deren Nähe Sie genießen möchten, ... ein verschwindend kleiner Anteil am Ende der Ausstellung? Womöglich in einem unscheinbaren Nebenraum? Die Gespräche und die Zitate, sind das die Reden eines jammernden Pessimisten oder eher die eines gestaltenden und eigenverantwortlichen zufriedenen erwachsenen Menschen?

Wie geht es Ihnen in Ihrer eigenen Ausstellung? Finden Sie sich wieder, so wie Sie gerne wären? Angenommen, Sie könnten die Ausstellung neu organisieren, so, dass ein Kassenschlager und ein Publikumsmagnet daraus wird. So, dass ein spannendes und zufriedenes Leben bestaunt werden kann. Wie sähe die Ausstellung dann aus? Was müssen, wollen, können Sie in Ihrem Leben verändern, damit die Ausstellung Ihres Lebens Sie und ein erfülltes gelebtes Leben von Ihnen widerspiegelt. Ein Leben, dass andere möglicherweise inspirieren kann, es Ihnen nachzutun? Wer wären Sie gerne, wenn sich Ihre Nachwelt ein Bild von Ihnen macht anhand der Ausstellung?

Coaching ist eine Kunst und Kunst schafft einen inspirierenden Mehrwert für professionelles Coaching. Wenn Sie sich davon überzeugen wollen, sollten wir zusammenkommen.

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@julitta-roessler.de

Schließen

Sinnerleben als Konsequenz eigenverantwortlichen Handelns - veröffentlicht auf business-wissen.de am 01.08.2017

Kann Arbeit Sinn stiften?

©Thomas-Reimer-fotolia    

Gute Gespräche inspirieren und wirken nach. Gerade gestern hatte ich so ein Gespräch. Ein einziger Satz meines Gegenübers hat viel Nachdenken in mir ausgelöst: „Das Gefühl von Sinn ist die Konsequenz eigenen Handelns!“ Stimmt! Und das zu erreichen, ist kein entspannter Spaziergang, sondern möglicherweise ziemlich harte Arbeit. Sinn und Glück, zwei inzwischen inflationär benutzte Begriffe für eine Wunschvorstellung vom Leben, ganz besonders vom Arbeitsleben. Ja, Arbeit, die sinnhaft ist, die verstehbar ist, die machbar ist und die im Einklang mit den inneren Überzeugungen ist, kann zuweilen glücklich machen, weil...

weiterlesen
X

Sinnerleben als Konsequenz eigenverantwortlichen Handelns - veröffentlicht auf business-wissen.de am 01.08.2017

Kann Arbeit Sinn stiften?

©Thomas-Reimer-fotolia    

Gute Gespräche inspirieren und wirken nach. Gerade gestern hatte ich so ein Gespräch. Ein einziger Satz meines Gegenübers hat viel Nachdenken in mir ausgelöst: „Das Gefühl von Sinn ist die Konsequenz eigenen Handelns!“ Stimmt! Und das zu erreichen, ist kein entspannter Spaziergang, sondern möglicherweise ziemlich harte Arbeit. Sinn und Glück, zwei inzwischen inflationär benutzte Begriffe für eine Wunschvorstellung vom Leben, ganz besonders vom Arbeitsleben. Ja, Arbeit, die sinnhaft ist, die verstehbar ist, die machbar ist und die im Einklang mit den inneren Überzeugungen ist, kann zuweilen glücklich machen, weil tiefes Sinnerleben damit einhergeht. Das ist dann gesunde Arbeit im Sinne von A. Antonovsky. Er hat das Konzept der Salutogenese entwickelt, wonach gesunde Arbeit eine Kohärenz zwischen Sinn, Verstehbarkeit, Machbarkeit und Stimmigkeit braucht. Antonovsky war einer der ersten Forscher, der sich mit der Frage beschäftigte, wie es Menschen schaffen, auch unter widrigen Bedingungen seelisch und körperlich gesund zu bleiben.

Im alltäglichen Frust fallen häufig Sätze wie „Das macht doch alles keinen Sinn mehr!“ oder „Das, was die da oben wieder entschieden haben, hat doch keinen Sinn!“... Hier kommt eine weit verbreitete Opferhaltung gegenüber zum Teil tatsächlich widrigen äußeren Bedingungen zum Ausdruck. Die Verantwortung wird an andere abgegeben. Das ist eine zunächst einfache Lösung, mit unguten Umständen umzugehen. Dem Klagenden ist im allgemeinen Bedauern und Verständnis für sein Leid sicher. Er fühlt sich angenommen und verstanden mit seinem Frust. Sein grundlegend menschliches Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit wird „gefüttert“. Es ist also allzu verständlich, dass sich eine, wie ich meine, übergroße Kultur des Meckerns, Klagens und Jammerns ausbreitet.

Klagen alleine ist nicht verwerflich und jeder weiß, wie gut es tut, ab und an mal so richtig Dampf abzulassen. Wenn es aber beim Meckern bleibt, wird sich leider nichts zum Besseren ändern können. Und da sind wir wieder bei dem oben zitierten Satz meines Gesprächspartners. Erst, wenn wir selbst die Verantwortung übernehmen und unsere Energie dahin lenken, wo wir Einfluss nehmen können, gibt es eine Chance auf Veränderung, im Idealfall sogar auf Sinn-Erleben. Und Einfluss nehmen und gestalten können wir immer. In der minimalsten Ausprägung können wir entscheiden, welches Gesicht wir zu den Umständen aufsetzen und dadurch unsere Befindlichkeit selbst steuern. Das ist aber tatsächlich die Minimalversion. Meist haben wir weit mehr Möglichkeiten, Selbstverantwortung zu übernehmen und unser Leben zu gestalten, auch im Arbeitsleben. Kein noch so unfähiger Chef kann uns wirklich daran hindern. Im Extremfall bleibt uns die eigenverantwortliche Entscheidung zu kündigen.

Am banalen und alltäglichen Beispiel des Staus auf der Autobahn lässt sich gut erklären, wie groß in scheinbar unbeeinflussbaren Situationen unser Gestaltungsspielraum ist. Anstatt „ins Lenkrad zu beißen“ und die Energie ins Schimpfen zu lenken, könnten wir auch entscheiden, die nächste Ausfahrt zu nehmen, unsere Lieblingsmusik zu hören, entspannende Atemübungen zu machen, ein paar Telefonate zu erledigen, im stehenden Stau ein paar Mails abzuarbeiten, Zeitung zu lesen, die "Lenkradbeißer" um uns herum amüsiert zu beobachten, mit dem Fahrer nebenan zu flirten, ... Das alles kann uns helfen, aus dem Stauerlebnis möglicherweise sogar eine aufheiternde, wohltuende und gar nicht bedauerliche persönliche Auszeit zu machen.

Bevor ich jetzt der Naivität bezichtigt werde und mir vorgeworfen wird, dass ich die Realität des Arbeitslebens nicht zu kennen scheine, wende ich mich der anderen Seite im zum Teil bösen und menschenunwürdigen Spiel des Jobs zu. Ja, in vielen Unternehmen leiden die Mitarbeiter unter widrigen Bedingungen. Sie stehen unter extremem Zeit- und Termindruck. Sie haben zu viel Arbeit. Sie leiden unter Anonymität und fehlender Kollegialität. Sie müssen die Konsequenzen von ausschließlich an Profitmaximierung orientierten Entscheidungen tragen. Sie müssen sich immer neu auf Veränderungen und Umstrukturierungen mit den damit verbundenen existenziellen Ängsten einstellen. ... Die Liste ließe sich fortsetzen. Ganz besonders negativ wirkt laut zahlreichen Studien schlechte Führung.

Was ist damit gemeint?

Jeder Mensch hat hierzulande das Recht Kinder zu bekommen, Auto zu fahren, Kredite aufzunehmen, Häuser zu bauen, frei seine Meinung in gefühlt hunderttausend Social Media Kanälen in die Welt zu pusten, Extrem-Sportarten zu betreiben, seine Gesundheit zu fördern oder zu schädigen, ... Auch diese Liste ließe sich fortsetzen. Für all das trauen wir jedem einzelnen die Fähigkeit zu Verantwortungsübernahme und die nötige Kompetenz zu. In den Unternehmen geht es dagegen häufig zu wie in einem Kindergarten. Die Mitarbeiter fühlen sich von häufig immer noch autoritär agierenden Führungskräften bevormundet. Fehler haben negative Konsequenzen. Ihr Entscheidungs- und Verantwortungsspielraum ist oft sehr gering bei gleichzeitig großer Fehlerverantwortung. Freigeistiges Denken ist nicht erwünscht. Grandios gut klingende Leitsätze einer am Menschen orientierten Unternehmenskultur hängen gut sichtbar im Eingangsbereich. Hinter der Eingangstür geht es meist anders zu. Das ist fatal. Gute Führung braucht Augenhöhe, Vertrauen, Menschlichkeit, Flexibilität zwischen freier Agilität und strukturgebender Ordnung, Selbstkontrolle und Eigenverantwortung für Mitarbeiter, klare und beziehungsförderliche Kommunikation, Fehlertoleranz und die Haltung, an Fehlern lernen zu können, ...


Im Coaching gibt es die sogenannte Wunderfrage „Angenommen über Nacht passiert ein Wunder und morgen, wenn Sie aufwachen, ist alles so, wie es für sie ideal, gut und am besten wäre. Wie wäre das konkret? Was wäre dann anders?“. Meine Wünsche an Führungskräfte für ideale und gute Mitarbeiterführung wären: Gebt den Mitarbeitern endlich was sie brauchen. Entlasst sie in die Selbstverantwortung. Traut ihnen viel zu und fördert sie. Akzeptiert, dass es in jedem Unternehmen menschelt und achtet auf beziehungsförderliche Kommunikation. Lasst die Mitarbeiter Fehler machen und sich ausprobieren, ohne Angst vor Misserfolg. Fördert eine kulturelle Vielfalt und gebt Inspiration für freigeistiges Denken und Handeln. ... Lange Rede kurzer Sinn: Fördert die Entwicklung und das persönliche Wachstum der Mitarbeiter. Gebt ihnen die Chance, Sinn-Erleben in der Arbeit durch eigenverantwortliches Handeln zu erfahren. Das ist der einzige Weg zu nachhaltigem Unternehmenserfolg mit und durch motivierte und gesunde Menschen im Unternehmen.

Veröffentlichung: https://www.business-wissen.de/artikel/selbstverantwortung-sinn-stiften-durch-eigenes-handeln/

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@remove-this.julitta-roessler.de

 

 

 

Schließen

Resilienz durch Selbstführung

Quality Time im Arbeitsleben

©Pavel_Losevsky-Fotolia.com 

Viele Menschen arbeiten andauernd zu viel. Viel zu arbeiten gilt immer noch als Indikator für Leistungsbereitschaft und Erfolg. Vielfach brüsten sich besonders Führungskräfte stolz, ein tägliches Arbeitspensum von 10 – 12 Stunden zu bewältigen. Sie erwarten dies auch von ihren Mitarbeitern und beklagen eine zunehmend mangelnde Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit, insbesondere der Generation Y. Sie kritisieren, dass den jungen Mitarbeitern „nur“ ihre Life-Balance wichtig sei und sie nicht bereit sind, Arbeitszeiten regelmäßig über das vereinbarte Maß hinaus zu akzeptieren.

Gut so! Denn erst eine gesunde...

weiterlesen
X

Resilienz durch Selbstführung

Quality Time im Arbeitsleben

©Pavel_Losevsky-Fotolia.com 

Viele Menschen arbeiten andauernd zu viel. Viel zu arbeiten gilt immer noch als Indikator für Leistungsbereitschaft und Erfolg. Vielfach brüsten sich besonders Führungskräfte stolz, ein tägliches Arbeitspensum von 10 – 12 Stunden zu bewältigen. Sie erwarten dies auch von ihren Mitarbeitern und beklagen eine zunehmend mangelnde Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit, insbesondere der Generation Y. Sie kritisieren, dass den jungen Mitarbeitern „nur“ ihre Life-Balance wichtig sei und sie nicht bereit sind, Arbeitszeiten regelmäßig über das vereinbarte Maß hinaus zu akzeptieren.

Gut so! Denn erst eine gesunde Distanz zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Erwartungen im Arbeitsleben schafft die Basis für gesunden Erfolg und hohe Arbeitsqualität.

In der modernen Arbeitswelt kommt es darauf an, kreativ Ideen zu entwickeln und Innovationen umzusetzen. Vielfältige Perspektiven und komplexe Zusammenhänge müssen schnell und flexibel erfasst, analysiert und kritisch hinterfragt werden. Schwierigkeiten und Probleme sind vorprogrammiert und verlangen nach innovativen Lösungen. Ständige Umbrüche und Veränderungen gehören zum Alltag. Jeder einzelne muss sich immer wieder neu darauf einstellen und anpassen. Das erfordert mentale Kompetenzen, die sich nicht unter Druck und Überlastung einstellen.

Neurowissenschaftliche Forschungen zeigen, dass der menschliche Geist nicht grenzenlos belastbar ist. Wer übermäßig lange arbeitet, ist nicht kreativ, macht vermehrt Fehler, kann sich schlecht konzentrieren und riskiert langfristige psychische oder physische Erkrankungen.  

Es ist gut und förderlich für den Unternehmenserfolg, wenn Menschen leistungsbereit sind, gleichzeitig aber sich selbst als Person mit eigenen Bedürfnissen ernst nehmen. Das ist kompetente Selbstführung, eine Basiskompetenz für Resilienz. Resilienz hat nichts mit Härte gegen sich selbst zu tun. Gemeint ist vielmehr seelische Elastizität. Menschen mit einer ausgeprägten Resilienz können sich flexibel an herausfordernde Anforderungen anpassen und haben ein intaktes seelisches Immunsystem. Dafür braucht es neben dem beruflichen Engagement auch Zeit für persönliche Aktivitäten.

Forschungen zeigen, dass Mitarbeiter, insbesondere Führungskräfte, mit einer ausgeprägten Resilienz, erfolgreicher sind. Was unterscheidet sie von den anderen Menschen? Sie können ihre unterschiedlichen Lebensbereiche, sich selbst als Person und ihre beruflichen Rollen getrennt und mit einer gesunden Distanz wahrnehmen. Sie entscheiden sich bewusst, welchen Bedürfnissen und Erwartungen sie wann und in welchem Umfang Raum geben. Auch unter großem Stress können sie ihre Impulse effektiv und zielorientiert steuern und sich persönlich von Ärger distanzieren. Sie führen sich selbst diszipliniert, sodass sie sich leistungsstark und engagiert den Anforderungen in ihrer beruflichen Rolle widmen, ohne in die Überlastung zu geraten. Dabei hilft Ihnen, dass sie auch anderen Themen und Interessen Raum und Zeit geben. Sie sind neugierig und offen und haben vielfältige Interessen, auch über die beruflichen Themen hinaus. Sie sind aktiv, kommunikativ und pflegen auch außerhalb des Jobs ein soziales Beziehungsnetz. Das alles trägt zu geistiger Flexibilität, Souveränität und Wohlbefinden bei und wirkt sich positiv auf die Arbeitsergebnisse aus. Weniger zu arbeiten bedeutet am Ende, erfolgreicher zu arbeiten.

Eine Arbeitswelt, die aus der Balance geraten ist, schädigt die Gesundheit der Menschen und ihre Leistungsfähigkeit und damit den Unternehmenserfolg. Wandel ist dringend nötig. Wandel hin zu einer neuen Qualität der Arbeit. Eine Qualität geprägt von Lebensqualität und Menschenwürde. Zeit für persönliche Entfaltung auch außerhalb der Arbeitswelt ist dafür unerlässlich. Erst das Wechselspiel zwischen Arbeit und Privatleben schafft einen gesundheits- und leistungsförderlichen Rahmen. Die Freiheiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung sind erst dann vorteilhaft, wenn Platz für arbeitsfremde Themen und Zeiten selbstverständlich wird. Darauf zu achten, ist die Verantwortung jedes Mitarbeiters selbst, aber auch Teil der unternehmerischen Verantwortung. Die Entwicklung und Etablierung Resilienz fördernder Konzepte in der Führungs- und Unternehmenskultur ist Teil dieser Verantwortung und trägt nachhaltig zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Unternehmenserfolgs bei.

Es ist nicht mehr zeitgemäß, Menschen als zu minimierenden Kostenfaktor, als Ressource oder als Objekt entgrenzter Leistungsbegierde zu betrachten.

Erst Arbeit, die den Menschen mit seinen vielfältigen Bedürfnissen respektiert und Kraft für arbeitsfremde Themen lässt, ist menschenwürdige Arbeit mit hoher Ergebnisqualität.

Weitere Informationen: Julitta Rössler

mail@remove-this.julitta-roessler.de

 

 

Schließen

Menschliche Reife als Ziel der Persönlichkeitsentwicklung

Das Ich-Entwicklungs-Profil

Zu Beginn dieses Monats habe ich mich bei Dr. Thomas Binder in Berlin zur Anwendung des Ich-Entwicklungs-Profils™ zertifizieren lassen. Dieses Persönlichkeits-Profil basiert auf intensiver 40-jähriger Forschungsarbeit von Jane Loevinger und bietet faszinierende Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen von Coaching- und Beratungsprozessen.

Jane Loevinger konnte in über 40-jähriger Forschungsarbeit empirisch belegen, dass die persönliche Entwicklung des Menschen als Prozess und in neun aufeinanderfolgenden Stufen abläuft. Keine der Stufen kann übersprungen werden. Die Endstufe der persönlichen Entwicklung ist individuell...

weiterlesen
X

Menschliche Reife als Ziel der Persönlichkeitsentwicklung

Das Ich-Entwicklungs-Profil

Zu Beginn dieses Monats habe ich mich bei Dr. Thomas Binder in Berlin zur Anwendung des Ich-Entwicklungs-Profils™ zertifizieren lassen. Dieses Persönlichkeits-Profil basiert auf intensiver 40-jähriger Forschungsarbeit von Jane Loevinger und bietet faszinierende Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen von Coaching- und Beratungsprozessen.

Jane Loevinger konnte in über 40-jähriger Forschungsarbeit empirisch belegen, dass die persönliche Entwicklung des Menschen als Prozess und in neun aufeinanderfolgenden Stufen abläuft. Keine der Stufen kann übersprungen werden. Die Endstufe der persönlichen Entwicklung ist individuell unterschiedlich. Nicht jeder Mensch durchläuft alle neun Stufen. Die Entwicklung der meisten Menschen endet auf einer der mittleren Entwicklungsstufen im Bereich der sogenannten konventionellen Ebene. Das ist absolut wertfrei. Jede Stufe hat ihre eigene Bedeutung und Entwicklungsqualität.

StufennummerEntwicklungsstufeEbenenHäufigkeit in % 
(Erwachsene)
E 2Impulsgesteuerte Stufevor-
konventionell

5 %

E 3Selbstorientierte Stufe
E 4Gemeinschaftsbestimmte Stufekonventionell12 %
E 5Rationalistische Stufe38 %
E 6Eigenbestimmte Stufe30 %
E 7Relativierende Stufepost-
konventionell
10 %
E 8Systemische Stufe4 %
E 9Integrierte Stufe1 %
E 10Fliessende Stufe

 

Die Stufen unterscheiden sich durch eine unterschiedliche Sicht auf sich selbst, auf andere und auf die Welt. Mit jeder weiteren Stufe wird diese Sicht umfassender und differenzierter. Daraus resultiert eine von Stufe zu Stufe verschiedene Handlungs- und Denklogik. Stufe sechs ist die erste voll ausgereifte Stufe eines erwachsenen Ich. Menschen auf dieser Stufe treffen erstmalig Entscheidungen nicht, weil andere es so wollen, sondern weil sie selbst sie für richtig halten. Regeln werden auf ihre Angemessenheit hin überprüft und hinterfragt. Die Fähigkeit zu Selbstreflexion und auch zu Selbstkritik entsteht.

Menschen der konventionellen Stufen vier, fünf und sechs sind sozialisierte und anerkannte Mitglieder der Gesellschaft. Sie akzeptieren den von außen vorgegebenen Rahmen und orientieren ihr Handeln und Denken daran. 

Ab Entwicklungsstufe sieben sehen die Menschen Regeln, Erwartungen und Strukturen als prinzipiell veränderbar und individuell konstruierbar an. An die Stelle des Wunsches nach Ähnlichkeit und Zugehörigkeit zu sozialen Systemen tritt das Bedürfnis nach Einflussnahme und Veränderung. Situationen werden nicht mehr als vorgegeben und statisch gesehen, sondern als beeinflussbar und gestaltbar. Menschen in dieser sogenannten postkonventionellen Ebene können andere und neue Perspektiven einnehmen, in komplexen Zusammenhängen denken und hinterfragen sich selbst und andere. Sie können die Andersartigkeit anderer Menschen akzeptieren und haben ein starkes Bedürfnis, sich weiter zu entwickeln. Fehler, Umbrüche und Veränderungsnotwendigkeiten sehen sie als Anlass für Lernen, nicht als Bedrohung.

Menschen auf dieser Ebene erreichen einen hohen Grad an persönlicher Freiheit und übernehmen Selbstverantwortung. Sie agieren strategisch, agil und autonom.

Arbeit 4.0 braucht die Reife, Haltung und Flexibilität im Denken und Handeln wie sie Menschen mit einem Reifegrad jenseits der konventionellen Ebene haben. 

Tools und Techniken, wie sie in klassischen Weiterbildungsformaten vermittelt werden, sind dafür wenig hilfreich.

Die Anwendung des Ich-Entwicklungs-Profils™ im Rahmen eines individuellen Beratungs- und Coachingprozesses ist ein dagegen hervorragender Ansatz in der Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung, um Persönlichkeitsentwicklung zukunftsorientiert hin zu Reife und Agilität zu fördern.

Sind Sie neugierig geworden? Möchten Sie Ihr Mitarbeiter und Führungskräfte hin zu Reife und zukunftsfähiger Handlungskompetenz entwickeln? Dann sollten wir uns kennenlernen. 

Schließen

Vortrag am 28.04.2017 in Husum

Resilienz – Ressourcenorientiertes Ziel im Coaching

Am vergangenen Freitag durfte ich im Auftrag des größten internationalen Coachingverbandes (ICF International Coachfederation) in Husum einen Vortrag zum Thema Resilienz-Coaching halten. Es war ein toller Abend. Vielen Dank für die...

weiterlesen
X


©gnagel - Fotolia.com

Vortrag am 28.04.2017 in Husum

Resilienz – Ressourcenorientiertes Ziel im Coaching

Am vergangenen Freitag durfte ich im Auftrag des größten internationalen Coachingverbandes (ICF International Coachfederation) in Husum einen Vortrag zum Thema Resilienz-Coaching halten. Es war ein toller Abend. Vielen Dank für die Einladung und die perfekte Organisation durch Friederike Frey, zertifizierter Coach und Chapterhost des ICF in Nordfriesland.

Vielen Dank auch an die zahlreichen Teilnehmer(innen). Nie wieder werde ich behaupten, dass die „Nordlichter“ dröge, wortkarg, unzugänglich oder gar unnahbar sind. Nein, an diesem Abend bin ich eines Besseren belehrt worden! Wortkargheit ist etwas Anderes. Es gab viele bereichernde und von großer Professionalität geprägte Beiträge und Fragen aus dem Publikum. Und das Ganze noch gewürzt mit einer Portion Leichtigkeit und Humor. So macht ein Vortrag richtig Spaß 

Danke auch für das wohltuende und sehr positive Feedback. Die teilweise sehr persönlichen und äußerst wertschätzenden Rückmeldungen machen mich stolz. Das sind die Momente, wo ich Sinn in meiner Arbeit erlebe. Was gibt es Schöneres?

Schön zu hören war, dass Resilienz auch im Norden Deutschlands eine wachsende Bedeutung hat. Weiterbildungsinstitute räumen dem Thema eine hohe Priorität ein und suchen Spezialisten dafür. Unternehmen erkennen die Bedeutung des Themas für betriebswirtschaftlichen Erfolg. Resilienz ist bereits als individuelle Maßnahme der Verhaltensprävention etabliert. Zunehmend mehr spielt Resilienz aber auch als Maßnahme der Verhältnisprävention im Rahmen von Organisationsentwicklungsmaßnahmen eine Rolle.

Aus den Diskussionsbeiträgen und in den Gesprächen im Anschluss an den Vortrag konnte ich erfahren, dass der Markt für selbständig tätige Coaches in Nordfriesland anders ist als bei mir zuhause im Rheinland. Offenbar gibt es in dieser Region noch viele Vorbehalte und eine große Skepsis Coaching gegenüber. Mein Respekt für alle Kollegen und Kolleginnen, die in diesem Umfeld Ihr Geschäft erfolgreich gestalten.

Ich freue mich über neue Kontakte und Verbindungen in diese Region. Danke auch für die kulinarischen Tipps und für die Hinweise zu tollen Ausflugszielen für meine beiden angehängten Urlaubstage. Nix von Verschlossenheit. Ich habe Offenheit und Gastfreundschaft erlebt. Und ich habe wohltuende Entschleunigung in vielfältiger schöner Natur genossen. Einfach toll!

Ach ja, ich habe auf der Hamburger Hallig das beste Lamm-Stew meines Lebens gegessen! Und man glaubt es kaum, die „Nordlichter“ haben auch richtig guten Wein anzubieten.

Ich komme gerne wieder.

Schließen

MEIN LESERBRIEF IN REPORTPSYCHOLOGIE – AUSGABE 03/2017

Blick zurück auf bereits gut bewältigte Krisen hilft

Die Basis der Förderung von Resilienz-Kompetenzen beim Einzelnen ist ein positiver Blick auf sich selbst.  Ein hohes Selbstwertgefühl ist wichtig für die Stärkung von Widerstandskraft. Ich empfehle, Fähigkeiten, Eigenschaften, Eigenarten etc. zu reflektieren, die man an sich selbst mag.

Der Blick zurück auf bereits gut bewältigte Krisen, Herausforderungen und Probleme lohnt ebenfalls. Was war der eigene Anteil, welche Ressourcen habe ich genutzt? Diese Erkenntnisse stärken das Selbstbewusstsein und fördern das Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Auch der Blick auf die ungeliebten Anteile zählt zum aktiven Selbstwertaufbau. Diese Anteile gilt es...

weiterlesen
X

MEIN LESERBRIEF IN REPORTPSYCHOLOGIE – AUSGABE 03/2017

Blick zurück auf bereits gut bewältigte Krisen hilft

Die Basis der Förderung von Resilienz-Kompetenzen beim Einzelnen ist ein positiver Blick auf sich selbst.  Ein hohes Selbstwertgefühl ist wichtig für die Stärkung von Widerstandskraft. Ich empfehle, Fähigkeiten, Eigenschaften, Eigenarten etc. zu reflektieren, die man an sich selbst mag.

Der Blick zurück auf bereits gut bewältigte Krisen, Herausforderungen und Probleme lohnt ebenfalls. Was war der eigene Anteil, welche Ressourcen habe ich genutzt? Diese Erkenntnisse stärken das Selbstbewusstsein und fördern das Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Auch der Blick auf die ungeliebten Anteile zählt zum aktiven Selbstwertaufbau. Diese Anteile gilt es versöhnlich anzunehmen und als zu uns zugehörig zu akzeptieren. Auch das stärkt das Selbstwertgefühl.

Menschen mit einem positiven Selbstbild fühlen sich nicht als Opfer ungünstiger Bedingungen, sondern glauben an ihre Gestaltungsmöglichkeiten auch in der Krise. Gesunde Selbstliebe ist Schutzfaktor Nummer eins für psychische Gesundheit unter hoher Belastung.

Auf der Ebene des Individuums ist das Resilienz-Konzept ein sinnvoller und valider erforschter Ansatz zur Verhaltensprävention.

Resilienz ist aber auch Thema der Organisationsentwicklung. Ziel ist die Gestaltung von Kulturwandel in Unternehmen. Dabei geht es um Verhältnisprävention, also um Veränderung von belastenden äußeren Rahmenbedingungen.

Resilienz ist persönliches und organisationales Veränderungsmanagement in Reinform und damit eine Kernkompetenz der Zukunft.

Schließen

HANDELN, GESTALTEN, SELBSTVERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Darum ist Resilienz eine Kernkompetenz der Zukunft

Meerbusch – Resilienz wird häufig auf eine Form des individuellen Stress- und Krisenmanagements reduziert. Dabei bietet das Resilienz-Konzept weit mehr: Es ist eine Kernkompetenz der Zukunft für klaren, sicheren und eigenverantwortlichen...

weiterlesen
X


©glisic_albina_Fotolia.com

HANDELN, GESTALTEN, SELBSTVERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Darum ist Resilienz eine Kernkompetenz der Zukunft

Meerbusch – Resilienz wird häufig auf eine Form des individuellen Stress- und Krisenmanagements reduziert. Dabei bietet das Resilienz-Konzept weit mehr: Es ist eine Kernkompetenz der Zukunft für klaren, sicheren und eigenverantwortlichen Umgang mit jeglicher Form von Veränderungsnotwendigkeit – egal ob privat oder geschäftlich.

Ein wichtiger Aspekt des Resilienz-Konzeptes ist die Übernahme von Selbstverantwortung. Das setzt Klarheit voraus, Klarheit über Bedürfnisse und Werte im Privaten, über geschäftliche Notwendigkeiten. Klarheit auch über die mit Entscheidungen verbundenen Konsequenzen. Klarheit über den Preis, der zu zahlen ist und die Bereitschaft, ihn zu zahlen oder auch nicht. Klarheit über die möglichen Chancen und deren Nutzen. Am Ende braucht es Mut zu tun, was auf Basis dieser Klarheit richtig und notwendig ist, auch gegen Widerstände von außen. Das ist dann Stärke, wie sie im Resilienz-Konzept gemeint ist. Das ist Stärke, die Entwicklung und Wachstum möglich macht.

Selbstverantwortung heißt, die vorhandenen Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume nutzen und sich auf den eigenen Einflussbereich konzentrieren, anstatt über äußere Verhältnisse zu klagen. Und Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume gibt es immer. Es geht im Resilienz-Konzept um eine realistische Haltung zu den Dingen. Die schließt ein, zu erkennen, dass es zwischen der äußeren Realität und der eigenen Reaktion darauf einen Spielraum gibt, den wir eigenverantwortlich gestalten können. So verstanden, bedeutet Selbstverantwortung, sich für mögliche Veränderung zu entscheiden anstatt gegen Unabänderliches zu kämpfen.

Das bedeutet, genau hinsehen, spüren und ergründen, auch wenn es vielleicht unangenehm ist. Manchmal ist der Preis für Entscheidungen, dass Andere verletzt oder ihnen sogar existenzielle Risiken zugemutet werden müssen. Eine Trennung nach langjähriger Partnerschaft geht selten ohne Verletzungen von statten. Wirtschaftlich notwendige Kündigungen von Mitarbeitern bedeuten existenzielle Unsicherheit für sie.

Auch das gehört zur Übernahme von Selbstverantwortung, auszuhalten, dass Veränderung unangenehme Folgen für Andere hat. Selbstverantwortung gibt es nicht als „Wattebausch“. Wer nur darauf bedacht ist, Anderen nicht zu schaden, schadet am Ende sich selbst. Er lebt die Bedürfnisse Anderer und nicht seine eigenen. Ausharren in einer längst nicht mehr glücklichen Partnerschaft bedeutet Gefahr für die psychische Gesundheit. Das „Mitschleifen“ von Mitarbeitern, die dem notwendigen Leistungsprinzip in einem Unternehmen nicht genügen können, bedeutet wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen und damit existenzielle Bedrohung für alle Mitarbeiter.

Resilienz ist weit mehr als Stress- und Krisenmanagement. Resilienz ist tiefe Selbstreflexion, um unter schwierigen Rahmenbedingungen selbstverantwortlich ins Handeln zu kommen und Veränderung zu gestalten.

Schließen

RESILIENZ – DER INNOVATIONSMOTOR

Visionär denken, kreativ Ideen entwickeln

Wenn Unternehmen in Deutschland in der digitalen Zukunft erfolgreich sein wollen, ist Erfindergeist, Risikobereitschaft, Kreativität und starkes Selbstvertrauen bei Mitarbeitern und Führungskräften gefragt. Resilienz schafft innere Stärke...

weiterlesen
X


© Marco2811-fotolia.jpg

RESILIENZ – DER INNOVATIONSMOTOR

Visionär denken, kreativ Ideen entwickeln

Wenn Unternehmen in Deutschland in der digitalen Zukunft erfolgreich sein wollen, ist Erfindergeist, Risikobereitschaft, Kreativität und starkes Selbstvertrauen bei Mitarbeitern und Führungskräften gefragt. Resilienz schafft innere Stärke und Widerstandsfähigkeit von Menschen gegenüber Krisen, Schwierigkeiten, Belastungen und Anforderungen jeglicher Art. Maßnahmen zum Aufbau von Resilienz bedeuten demzufolge Kompetenzaufbau für das Unternehmen als Gesamtsystem. Sie dienen dem erfolgreichen Umgang mit dem hohen Innovationsdruck in der digitalen Welt, und sie sind wichtige Voraussetzung für nachhaltigen Unternehmenserfolg unter herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Längst wandern kreative Köpfe aus in andere Länder. Das Silicon Valley in Kalifornien ist ein Beispiel. Dort leben inzwischen mehr als 50.000 Deutsche, die ihre kreativen Geschäftsideen zuhause nicht verwirklichen konnten. Ihr Wunsch nach Freiheit, Experimentierfreudigkeit, ihre Neugier und ihre Sicht auf Scheitern als Chance findet hierzulande nicht den geeigneten Verwirklichungsrahmen. Im Silicon Valley dagegen finden sie das Umfeld, das sie suchen und brauchen.

In Deutschland ist dagegen immer noch eine an Defiziten orientierte Denkkultur etabliert. Angst vor Fehlern aufgrund zu befürchtender negativer Konsequenzen ersticken gute Ideen im Keim. Killerphrasen wie „Das haben wir immer schon so gemacht. Warum sollen wir daran etwas ändern!“ oder „Dafür haben wir kein Geld!“ oder „Das ist viel zu riskant!“ und ähnliche Denkmuster lähmen Innovationskraft.

Für einen Wandel braucht es Kompetenzen bei den Mitarbeitern und Führungskräften, wie sie auch im Resilienz-Konzept zu finden sind. Dazu zählen eine  optimistische Weltsicht, Lösungsorientierung, visionäres Denken, Beziehungskompetenz, Übernahme von Selbstverantwortung und nicht zu Letzt die Wurzel von Resilienz, ein stabiles, starkes und positives Selbstbild.

Mitarbeiter mit ausgeprägter Resilienz können selbstbewusst und selbstsicher für ihre Ideen eintreten. Sie wissen um ihre Möglichkeit, wirksam Einfluss nehmen und gestalten zu können. Sie übernehmen Verantwortung für den Unternehmenserfolg.

Mitarbeiter, die sich vom Problem weg und hin zur Lösung orientieren können und die kreativ und frei von Angst vor Fehlern visionär Ideen entfalten, sind innovativ und tragen zur Entwicklung technischen Fortschritts bei.

Auch im digitalen Zeitalter wird es weiter menscheln, vielleicht sogar mehr als je zuvor. Die Herausforderungen der Zukunft können nur miteinander bewältigt werden. Gefragt sind Mitarbeiter und Führungskräfte, die über Empathiefähigkeit, Beziehungsfähigkeit und Kommunikationskompetenz verfügen, alles entscheidende Resilienz-Kompetenzen.

Die Faktoren für Resilienz beinhalten auch eine zuversichtliche und am Gelingen orientierte positive Grundhaltung. Im Fokus der Mitarbeiter und Führungskräfte mit hoher Resilienz- Kompetenz sind Chancen, Möglichkeiten und Erfolge. Das schafft eine Kultur der Begeisterungsfähigkeit, der Offenheit für Neues und der Freude am Gelingen. Als Ergebnis entstehen Sinngebung und Verstehen, das Fundament für Leistungsbereitschaft.

Nicht zuletzt bedeutet Resilienz-Kompetenz auch, eigene Belastungsgrenzen zu erkennen und zu achten. Mitarbeiter, die sich derart selbst steuern und die kompetenten Signale ihres Körpers frühzeitig wahrnehmen können, sind seltener krank und fallen seltener langfristig aus. Gesunde Mitarbeiter sind ein wesentlicher betriebswirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Auch hier profitiert das gesamte Unternehmen von der Resilienz-Kompetenz der Mitarbeiter.

Mitarbeiter und Führungskräfte, die über eine hohe Resilienz-Kompetenz verfügen, sind Impulsgeber für technische Entwicklung und Innovation im Unternehmen. Resilienz ist deshalb ein wichtiges Thema auch der Organisationsentwicklung hin zu einer zukunftsfähigen und den Erfolg sichernden Unternehmenskultur. Das setzt ein Umdenken voraus und erfordert parallel zur individuellen Förderung auch die Entwicklung und Förderung von Resilienz stärkenden Unternehmens-und Führungsstrukturen, eben einen kulturellen Unternehmensumbau.

Es lohnt sich, in Resilienz zu investieren.

Weitere Informationen: mail@remove-this.julitta-roessler.de

 

 

Schließen