Worauf es ankommt

Ich wünsch mir was!

Gestern Abend beim Weihnachtstreffen unter Coach-Kollegen. Nach dem zweiten Glas Wein wird intensiver und persönlicher miteinander geredet. Auf einmal kommt das Thema Einsamkeit auf. Ein Thema, dass viele Menschen gerade an Weihnachten in schwierige Gemütslagen versetzt. Das Gespräch wird fast philosophisch. Was heißt es, einsam zu sein? Sind wir nicht alle irgendwann an unserem Ende der Einsamkeit im Kosmos überlassen? Wie wäre es, wenn wir lernen, uns selbst als Weggefährten zu sehen? Wenn ich ganz und gar bei mir selbst angekommen bin, werde ich unabhängig von dem Wohlwollen anderer. Ich kann Erwartungen an andere Menschen loslassen und mich unvoreingenommen auf sie einlassen. Die beste Voraussetzung für gelingende Beziehungen. Wer bei sich selbst angekommen ist, ist nicht mehr einsam. Er hat ja sich selbst immer dabei. Das macht frei. Und es hat gar nichts mit Egoismus oder Egozentrik zu tun. Im Gegenteil, es macht beziehungsfähig. Jeder, der sich mit sich selbst wohl fühlt und Zeiten nur mit sich alleine aushalten kann, kann anderen Menschen vertrauensvoll und empathisch begegnen.

Ein weiteres Thema des Abends: Das Streben nach Erfüllung und Sinnhaftigkeit im Beruf. Der Beruf des Coaches hat dafür gute Voraussetzungen. Die Arbeit mit Menschen macht Freude, Sinn und ist erfüllend. Wenn da nicht die manchmal frustrierenden Rahmenbedingungen der Business-Welt, in der wir Coaches agieren, wären. Aber ist der Beruf des Coaches nicht nur sinnstiftend, sondern gleichzeitig auch Verpflichtung? Verpflichtung, Einfluss auf einen kulturellen Wandel hin zu mehr Menschlichkeit gerade im Business zu nehmen? Verpflichtung, die Evolution zu gestalten? Zugegeben, das ist jetzt sehr hochtrabend. Dennoch sind wir Coaches immer Impulsgeber, Inspiratoren und Gestalter und nehmen dadurch Einfluss auf menschliche Entwicklungen. Wir haben eine Verpflichtung, uns auch den schwer auszuhaltenden Herausforderungen der von Profitstreben getriebenen Business-Welt zu stellen, um Einfluss zu nehmen. Sich nur die angenehmen Fälle und Kontexte zu suchen, geht an dem Anliegen dieser Profession vorbei. Wie eigentlich jeder sein berechtigtes Streben nach Glück auch aus der Perspektive der damit verbundenen Verpflichtung sehen sollte. Nur so lässt sich Fortschritt sinnvoll gestalten. Eine gewagte These, ich weiß. Aber vielleicht ein Nachdenken darüber wert? Es geht halt nicht immer nur im Weichspülgang.

Last but not least möchte ich hier ein wunderbares Zitat aus einem Weihnachtsgruß nennen: „Geh nicht die glatten Straßen, geh die Wege, die noch niemand ging! Damit Du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.“ (Antoine de Saint Exupéry) Wäre die Welt vielleicht eine andere und bessere Welt, wenn mehr Menschen Spuren hinterlassen würden? Möglicherweise. Einen Versuch ist es wert. Es braucht Mut, ja! Möglicherweise gewinnen wir aber dadurch persönliche Reife. Und die brauchen wir, um das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten und Umbrüchen meistern zu können.

Ich wünsche mir mehr Menschen, die selbstbewusst und reif bei sich selbst angekommen sind, Menschen, die ihre Verpflichtungen im Leben ernsthaft und verantwortungsvoll übernehmen und Menschen, die Spuren hinterlassen und sich trauen, ihre eigenen und neuen Wege zu gehen. Ganz egal, wie Andere darüber denken.

Ich wünsche mir Menschen, die wissen, was sie wollen, die sagen, was sie denken und die tun, was sie für richtig halten!

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes und wohltuendes Weihnachtsfest und ein gutes und zufriedenes neues Jahr.

© Julitta Rössler

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